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Olivenernte: Wir ernten zu früh. Mit Absicht.

Grüne Oliven am Olivenbaum kurz vor der Ernte

Jedes Jahr im Herbst stehen wir vor derselben Frage: jetzt ernten oder noch warten? Wer wartet, bekommt mehr Öl. Wer früh erntet, bekommt mehr Geschmack. Wir haben uns für den Geschmack entschieden. Was das genau bedeutet und warum man es schmeckt, erfährst du hier.

Wann ist Olivenernte?

Auf der Nordhalbkugel beginnt die Olivenernte im Oktober. Je nach Region und Sorte geht sie bis in den Winter, manchmal sogar bis in den Januar. Einen festen Starttermin gibt es nicht. Jeder Betrieb entscheidet selbst, wann die Oliven vom Baum kommen, und zwar je nachdem, wie das Öl später schmecken soll.
Unsere Oliven wachsen auf einem Gut in Jaén, Andalusien. Dort ernten wir im Oktober und November.

Je grüner, desto intensiver

Eine Olive verändert sich am Baum Woche für Woche. Am Anfang ist sie grün und fest. Mit der Zeit wird sie violett, dann fast schwarz, und gleichzeitig steckt immer mehr Öl in ihr.

Geerntete Oliven in verschiedenen Reifestadien von Grün bis Schwarz

Für einen Liter Olivenöl braucht man deshalb bei grünen Oliven deutlich mehr Früchte als bei reifen. Der Geschmack ist dafür ein ganz anderer: Öl aus frühen Oliven schmeckt frisch und grün, ein bisschen nach Gras oder Artischocke, und hat oft eine pfeffrige Note. Öl aus reifen Oliven ist weicher und milder.

Weniger Öl. Mehr Geschmack.

Besser oder schlechter ist dabei keins von beiden. Früh zu ernten ist eine Stilfrage. Für uns lohnt sich der Verzicht auf ein paar Liter, weil wir genau diesen frischen, intensiven Geschmack wollen.

Warum gutes Olivenöl im Hals kratzen kann

Probier mal einen Löffel gutes Olivenöl pur. Erst merkst du die Frucht, dann kommt oft ein kleines Kratzen im Hals. Viele halten das für einen Fehler, dabei ist es typisch für viele hochwertige Öle.

Verantwortlich sind unter anderem Polyphenole. Das sind natürliche Stoffe aus der Olive, die für Bitterkeit und Schärfe sorgen. Sie sind übrigens auch der Grund, warum frische Oliven so bitter sind, dass man sie nicht direkt vom Baum essen kann. Tafeloliven werden deshalb erst entbittert und eingelegt.

Zwei Monate, zwei Öle.

Bei unseren beiden Ölen schmeckt man, in welchem Monat geerntet wurde und welche Olivensorte drinsteckt.

Für KALT ernten wir im Oktober, wenn die Oliven noch richtig grün sind. Dazu kombinieren wir zwei Sorten, Picual und Arbequina. Heraus kommt ein kräftiges Öl, das nach frischem Gras, Tomatenrispe und Artischocke schmeckt und im Abgang pfeffert. Am besten zum Verfeinern, etwa über Burrata, Salat oder ein Stück gutes Brot.

Für HEISS lassen wir den Picual-Oliven ein paar Wochen mehr Zeit und ernten im November. Das Öl wird dadurch milder und runder, mit nussigen Noten und einem Hauch Mandel. Ideal für alles, was in die Pfanne, in den Ofen oder in die Pasta kommt.

Vom Baum in die Mühle

Sobald die Oliven gepflückt sind, zählt jede Stunde. Liegen sie zu lange herum, leidet das Aroma. Bei uns sind sie innerhalb von 3 Stunden in der Mühle. Dort wird das Öl rein mechanisch und kalt gewonnen, ganz ohne Zusätze. Danach geht jede Charge zur Prüfung in ein Schweizer Labor.

Frisch geerntete Oliven auf dem Weg in die Ölmühle

Mehr dazu, woran man gutes Olivenöl erkennt und warum „Extra Vergine“ allein noch nichts garantiert, liest du in diesem Artikel.

Erntedatum schlägt MHD

Polyphenole bringen nicht nur Geschmack, sie schützen das Öl auch davor, schnell schlecht zu werden. Mit der Zeit nehmen sie aber ab, vor allem durch Licht und Wärme.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum verrät darüber wenig, weil es meist ab der Abfüllung berechnet wird und nicht ab der Ernte. Wer wissen will, wie frisch ein Olivenöl ist, sollte deshalb nach dem Erntejahr schauen. Bei vielen Flaschen sucht man es vergeblich. Bei OYL steht es auf jedem Etikett.

Häufige Fragen zur Olivenernte

Wann werden Oliven geerntet?

Auf der Nordhalbkugel meist von Oktober bis Dezember, je nach Region auch bis in den Januar.

Was ist der Unterschied zwischen grünen und schwarzen Oliven? 

Meistens der Reifegrad: Grüne Oliven werden früher geerntet, dunkle später. Viele schwarze Oliven aus dem Glas wurden allerdings grün geerntet und erst später geschwärzt. Das muss auf dem Etikett stehen.

Kann man Oliven direkt vom Baum essen?

Nein. Frische Oliven sind extrem bitter und werden erst durch Entbittern und Einlegen genießbar.

Ist die Olive Obst oder Gemüse?

Botanisch ist die Olive eine Steinfrucht, genau wie Kirsche und Pflaume.

Warum ist Olivenöl aus früher Ernte oft teurer?

Vor allem, weil grüne Oliven weniger Öl enthalten. Für dieselbe Menge braucht es also mehr Oliven.

Wie lange ist Olivenöl haltbar?

Ungeöffnet meist bis zum angegebenen MHD. Für den Geschmack ist aber das Erntejahr wichtiger: Je frischer das Öl, desto intensiver schmeckt es. Lagere es am besten kühl, dunkel und gut verschlossen.

Lust auf den direkten Vergleich?

Probier KALT und HEISS nebeneinander, dann schmeckst du, was ein paar Wochen am Baum ausmachen.
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